Berner Rundfahrt/ Seeland Classic 2019

19/05/2019

 

Nach einer einjährigen Pause wurde dieses Jahr wieder die Berner Rundfahrt/ Seeland Classic durchgeführt. Es war eine Freude zu sehen, dass das Teilnehmerfeld quantitativ als auch qualitativ gut bestückt war. Mehrere Teams erschienen mit grosser Teilnehmerzahl und man konnte vermuten, dass in diesem Rennen mit vielen Teamstrategien gefahren würde. Es zeichnete sich somit schon im Vorfeld als ein hartes und interessantes Rennen ab.

Im Race 3 waren es ca.100 Teilnehmer, welche sich zusammen an den Frienisberg begaben. Es wurde von Anfang an gefahren, als ginge es um unser Leben. Kurz nach Lyss und noch gar nicht wirklich in der Steigung wurde richtig Tempo gemacht. Ich hörte Stimmen von Fahren sagen, ob wir den schon in der letzten Runde seien, dass schon angegriffen werde. Bekanntlich ist die letzte Runde schnell und hart. Hier ist natürlich das Ziel, nochmals Gegner los zu werden oder allenfalls so zu schwächen, dass diese im Schlusssprint nicht mehr mithalten können.

Zurück zum Frienisberg: Ich fuhr absolut am Limit, um überhaupt dran zu bleiben. Das heisst max. Puls. Trotzdem tat sich eine kleine Lücke zur Spitze auf. Ich lies mich aber nicht aus der Ruhe bringen, da es noch etliche gab, welchen es gleich ging und ich zuversichtlich war, die Lücke im Laufe der Runde wieder schliessen zu können. Meine Rechnung ging kurz vor Detligen auf und wir fanden den Anschluss. Nun hiess es, in der Abfahrt nach Aarberg etwas auszuruhen.

Frienisberg zum Zweiten: Gleicher Berg, gleiches Problem. Ich schaffte es einfach nicht, dran zu bleiben. Zudem spürte ich, dass ich nicht erneut den ganzen Anstieg mit maximalen Puls fahren durfte. Es würde mich zu viel Energie kosten und ich war mir sicher, dass ich so die letze Runde nicht überstehen würde. Also entschloss ich mich, auf die Tatsachen hin, dass ich den Anschluss erneut verlieren würde und unter Berücksichtung meines Energiespeichers, etwas zurück zu nehmen. In Zahlen bedeutet dies 10 Herzschläge pro Minute. Oben am Berg angekommen waren wir noch ca. 30 Fahrer. Die erste Gruppe war nie weit vor uns, wir konnten sie bis kurz vor der erneuten Zielüberquerung immer wieder sehen. Wir arbeiteten mehr oder weniger zusammen und versuchten erneut heran zu kommen. Leider ohne Erfolg. Bei der Zielüberquerung erfuhren wir durch die Lautsprecher, dass sie nur 40 Sekunden vor uns durch gefahren sind, was mir und ein paar anderen neue Motivation gab. Leider sahen dies nicht alle so, sei es, dass sie nicht wollten oder nicht mehr konnten. Somit arbeiteten nur ca. 10 Fahrer abwechslungsweise an der Spitze der Gruppe. Dies brachte etwas Unmut in die Gruppe und der eine oder andere Fahrer brachte seine Müdigkeit mit unpassenden Worten zum Ausdruck. Es schien mir, als hätten sich zwei unterschiedliche Interessensgruppen in einer gefunden. Die Auswirkungen auf die Rundenzeit machte sich durch diese Tatsache am Ende des Rennen bemerkbar. Mit etwas mehr als 4 Minuten bogen der noch verbleibende Rest unserer Gruppe, ca. 18 Fahrer, zusammen auf die Zielgerade ein. Es freute mich beim Sprint zu sehen, dass wirklich nur die Fahrer noch mit sprinten konnten, welche auch abwechselnd an der Führung der Gruppe beteiligt waren. Somit bestätigte sich hier, dass einige Fahrer nicht  mehr in der Lage waren, vorne mitzuführen.

Der Sprint um die Ehre: Bereits früh machte ich mir Gedanken, welches Hinterrad ich mir für den Sprint aussuchen sollte. Der optisch Sprintstärkste (Florian aus dem Team STD) schien mir auf der letzten Rund sehr zu schwächeln,  3x Friensiberg hatten ihn wohl zu viel Kraft gekostet. Diese Interpretation erwies sich später als falsch. Nach meiner Analyse entschied ich mich für Markus aus dem Temposport Team. Ich gab sein Rad auf den letzten 2 km nicht mehr her. Er ging erstaunlicherweise sehr früh in den Sprint. Und plötzlich tauchte Florian (STD) auf der anderen Strassenseite auf. Gezwungenermassen musste ich mich anschliessen, um Florian nicht aus den Augen zu verlieren. Mir gelang es, Markus zu überholen, aber bei Florian zog ich den kürzeren. Somit beendete ich den Sprint als zweiter und die Berner Rundfahrt als 28. (14. in meiner Altersgruppe). Ein "sauhartes" Rennen. Der Schnitt der Spitze lag bei über 40 km/h und bei uns bei 39 km/h.

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über mich.

Radfahren ist meine Leidenschaft. Ich fahre und trainiere aus Freude am Sport. Trotzdem fahre ich so einige Wettkämpfen in der Schweiz und im anliegenden Ausland.

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Mein Name ist Michael Sigrist und ich liebe es mit dem Rennrad zu fahren

Wann immer möglich, trainiere ich für das Radfahren. Hierfür kommen mehrere Trainingsformen zur Anwendung

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