Tortour / 2er mixed Team

19/08/2017

Ein Gedanke, eine Idee, eine Aufgabe, ein Wunsch. Dies ist die Tortour! Wir haben uns entschieden, gemeinsam diese Herausforderung anzunehmen. Es war die richtige Entscheidung und zusammen mit der richtigen Partnerin und der richtigen Crew, die wir hatten, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Na ja, fast. Ich wusste, dass ich meine Probleme mit meinem Magen, dem Essen und der dazugehörigen Energiebereitstellung haben werde. Dies hat mir so einige schlaflose Nächte eingebracht. Ich habe versucht dagegen vorzugehen und habe den Weg zum Coach, Sportarzt und der Ernährungsberaterin nicht gescheut. Trotzdem war mir nicht wohl im Magen. Ich wusste, dass sie mir unter anderem alle sagen werden: Esse und Trinke mehr! Aber ich kenne mich und meinen Körper! Dies ist einfacher gesagt als getan. Esst und trinkt ihr mal alle über alle Massen, wenn euch nicht danach ist oder sogar übel wird!! Genau, dies ist nicht so einfach!

Na gut, ich hatte mich ja entschieden mitzumachen und angemeldet waren wir ja auch schon. Ebenfalls schlaflose Nächte bereitete mir die Organisation: Leute, Einteilung, Essen, Material etc. und von allem das Richtige, in der richtigen Menge, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Halt ganz nach Lehrbuch. Aber wir hatten keine Referenzen, keine Anhaltspunkt. Wie, was, wenn, wo! Wir mussten uns alles erfragen oder erahnen, was jetzt wohl das richtige für uns wäre.

Selbst innerhalb des Teams waren wir uns nicht immer einig! Ja, auch das gibt es. Die letzte Woche vor dem Start, als es um den Finish ging und alles noch eingekauft, abgeholt und eingeräumt werden musste, war mein Tiefschlaf auf dem Tiefpunkt. Man könnte auch sagen: eine Null-Runde! Auch die Nervosität und die Ungeduld machten sich immer mehr bemerkbar. Immer häufiger dachte ich: "jetzt darfs de würklech mau los ga"!! Der Schlaf sollte mir schon früh fehlen, so konnte ich zusätzlich auch kein Auge zwischen Prolog und Start zumachen. Völlig übermüdet, aber voller Adrenalin gingen wir um Freitag um 2.30 Uhr an den Start und machten uns auf die 1000 km und die 13000 Hm. Eindrücklicherweise war ich auf dem Rad nie müde. Sobald ich den Bus verliess, war ich wieder voll da.

 

So, bis dahin war es einfach zu schreiben. Wie aber jetzt weiter? Es sind tausend Eindrücke und gefühlte 100 000 Erlebnisse/ Ereignisse. Höhen und Tiefen durften wir beide in den 38 h des Rennens durchleben. Den Tagesablauf könnte man mit Kämpfen, Leiden und Ausruhen beschreiben. Exreme machten sich auch bemerkbar. Wir hatten Temperaturen von über 30 Grad am Susten und beinahe 10 Grad am Jaunpass. Sonne, Regen, Sturm, Hagel, nur der Schnee blieb uns erspart. Berg rauf und Berg runter :-) Ja, ja Bergabfahren, dies ist eine meiner Leidenschaften und ich behaupte mal, ich bin da nicht so schlecht darin. Also ja, richtig gedacht! Schnell!!

Und natürlich bewahrheitete sich meine Befürchtung um meinen Magen und er machte sich schon früh bemerkbar. Ich konnte zwar über den ersten Tag, wenn auch wiederwillig, immer etwas essen. Dies sollte sich aber in der Nacht rasch ändern. Es gelang mir immer weniger, feste Nahrung zu mir zu nehmen und so lies sich ein kurzes Ausfallen meiner Kraft nicht verhindern. Da aber unsere Crew nicht weit war und mich so rasch erreichen und verpflegen konnte, konnte ich mich kurz am Strassenrand erholen. Der Regen und die Kälte waren da halt auch noch ein Negativfaktor. Mir war bewusst, dass es allen so ging und alle durch diesen Regen mussten. Also wieder auf das Rad und weiter mit dem Kampf!  Bewusst oder unbewusst nahmen meine Partnerin und ich etwas an Geschwindigkeit in der Nacht heraus und so konnte sich mein ganzes Energiesystem etwas erholen oder gar Neustarten. Auch das Paarzeitfahren am Genfersee benutzen wir zur Erholung! Gegen den frühen Morgen, ich spreche da von ca. 3 Uhr ging es mir recht gut. Ich hatte zwar völlig auf flüssige Nahrung umgestellt, nahm aber mehr zwischen Mahlzeiten ein. Nein Nein!!! Auch dies sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt noch ändern. Nur Geduld!! Also zurück auf 3 Uhr. Ich liebe die Stille, die Natur und die Nacht selbst. Es war jedesmal ein Hammergefühl nachts so alleine fahren zu können.

Am nächsten Morgen war es dann, wie bereits erwähnt soweit. Ich konnte nun auch kein Gel, einfach gar nichts mehr runterdrücken. Es hing mir förmlich aus dem Hals. Gegen die Anweisungen der Ernährungsberaterin ernährte ich mich über mehrere Etappen nur noch aus dem Bidon. Ich wusste aber, dass dies gefährlich ist u

 

 

Danke an euch alle. Ihr wart der Wahnsinn! Wir sind froh, ein so gut organisiertes und eingespieltes Team gehabt haben zu dürfen. Ein grosses Dankeschön!

 

 

Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen
Please reload

über mich.

Radfahren ist meine Leidenschaft. Ich fahre und trainiere aus Freude am Sport. Trotzdem fahre ich so einige Wettkämpfen in der Schweiz und im anliegenden Ausland.

  • Black Facebook Icon
  • Black Instagram Icon
Keinen Beitrag mehr verpassen!
Aktuelle Beiträge:

TdS Challenge in Langnau i. E

06/23/2019

Berner Rundfahrt/ Seeland Classic 2019

05/19/2019

Nationales Zeitfahren in Thun

05/05/2019

1/6
Please reload

  • Strava Grau neu
  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon

Mein Name ist Michael Sigrist und ich liebe es mit dem Rennrad zu fahren

Wann immer möglich, trainiere ich für das Radfahren. Hierfür kommen mehrere Trainingsformen zur Anwendung

  • Facebook - Grau Kreis
  • Instagram - Grau Kreis