Rothaus Riderman (Deutschland)

24/09/2016

39/37/39

Eine neue Erfahrung für mich und meine Beine. Ein Rennen über 3 Tage hinter einander. Es begann mit einem 16 Kilometer Zeitfahren welches sich, wie vermutet, nur als unbefriedigend herausstellte. Die Fahrzeit zeigte mir meine Unerfahrenheit auf dem  Zeitfahrrad und wies mich auf ein Manko hin, welches ich in der nächsten Saison werde aufholen  müssen. Ich beendete die Fahrt über 16 Km und 200 Hm mit einem 39 h/km Schnitt nur auf dem 131. Gesamtrang.

Am zweiten Tag stand uns die längste Etappe mit den meisten Höhenmetern bevor. Der Start von rund 800 Teilnehmern war hektisch und unangenehm. Bei einigen Fahrern hätte man annehmen können, dass wir uns bereits im Zielsprint befinden, stattdessen hatten wir aber noch 110 Kilometer und 1700 Höhenmeter die auf uns warteten. Das Gerangel und Gemüpfe forderte auch schon nach einigen Metern die ersten Opfer. Leider gehören Stürze nun mal zum Rennen dazu.

Ein neues Rennen mit vielen unbekannten Gegnern. Mir war bewusst, dass die „Deutschen Halbprofiteams“ extrem schnell und gut organisiert fahren würden. Also entschloss ich mich, voll am Limit mitzufahren, zumindest eine Stunde lang und dann mein Resumé  „wie weiter“ zu machen. Nach gut einer Stunde hatten wir einen 41 h/km Schnitt und ich war noch vorne mit dabei, aber die langen Anstiege sollten noch kommen und wir hatten noch weitere 70 Kilometer zu fahren. Mir war klar, die Schnellsten ziehen lassen zu müssen und fand in einer Verfolgergruppe Unterschlupf. Wir versuchten so wenig wie möglich an Boden zu verlieren und kämpften uns über die Anstiege Richtung Ziel. Auf diesem Weg sammelten wir immer wieder  Fahrer von der Spitze ein, die diesem Tempo ebenfalls nicht mehr folgen konnten. Sei es, weil sie ihre Arbeit an der Spitze erfüllt hatten oder sie ihre  Kräfte verlassen hatten. Ca.10 Kilometer vor dem Ziel führte uns die Streckenführung noch über kurze, aber steile Anstiege. Diesen Moment nutzten 4 Fahrer um die Gruppe zu sprengen. Ich heftete mich an sie und es gelang uns 5 einen kleinen Vorsprung von einer Minute herauszufahren. Wie in einem Manschaftszeitfahren fuhren wir bis an die 300 Meter Marke, wo der Sprint begann. Ich versuchte noch einmal alles aus meinen Beinen herauszuholen. Und obwohl ich dachte, mir reisse es gleich das Herz in tausend Teile und die Lungen würde ich gleich hinaus ko...., reichte es nur für den 3. Rang in dieser kleinen Gruppen. Mit dem 65. Gesamtrang  und einem 37 h/ Schnitt war ich allerdings zufrieden und freute mich auf den 3. und letzten Tag.

Bereits vor dem Start dachte ich an das Gedränge der ersten paar Kilometer, die das Rennen mit sich bringen würde. Diese Gedanken waren alles andere als hilfreich mich zu konzentrieren. Ich hoffte nur, heil durchzukommen. An meiner Taktik änderte ich nichts, da ich am Vortag damit zufrieden war. Sowieso galt es heute nur 87 Kilometer und 1150 Höhenmeter zu bezwingen. Also alles oder nichts. Nach gut einer Stunde Positionskämpfe und den ersten kleineren Anstiegen hatten wir in der Spitzengruppe einen 43 h/km Schnitt. Mir war klar, dass dies  für mich trotz kürzerer Etappe zu schnell sein würde. Also liess ich an der nächsten Steigung die Schnellsten ziehen. Ich fand schnell mehrere Begleiter, die mit mir ein eher ruhiges, aber schnelles Rennen fuhren. Unsere Gruppe wuchs anschliessend durch Fahrer, die aufgeschlossen hatten und solche die von uns eingeholt worden waren auf eine Grösse von ca. 70 Rennfahrern. Mein zu diesem Zeitpunkt neu gesetztes Ziel war es, im Sprint mitzumischen. Also versuchte ich mich im vorderen Drittel zu positionieren. Dies war allerdings nicht ganz einfach, da andere die gleichen Pläne schmiedeten und je näher wir uns an die Ziellinie begaben, umso härter wurden die Positionskämpfe. Es wurde extrem schnell auf den letzten 3 Kilometern, aber ich kämpfte mich Platz für Platz nach vorne. Natürlich war der Weg nicht immer frei und ich musste mir einen Weg bahnen. Die Geschwindigkeit stieg stetig an und mir brannten die Beine schon lange. An der 300 Meter Marke wurde der Sprint von den führenden Fahrern angezogen. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt auf dem ca. 15. Platz in der 4. Reihe der Gruppe. Leider befand sich eine kleine Lücke vor mir, die es zu schliessen galt, bevor ich mich in den Sprint einmischen konnte. Ich schloss auf die vor mir liegenden Fahrer auf und überholte sie, einen nach dem andern. Ich wusste, es würde hart werden, da ich einen 350 - 400 Meter langen Sprint vor mir hatte. An der 100 Meter Marke waren wir dann noch zu zweit an der Spitze und es fehlte mir noch eine halbe Radlänge zum Sprintsieg innerhalb der Gruppe. Es brannte in den Beinen und mein Puls übertönte selbst die lautstarken, anpeitschenden Worte des Speaker. Leider musste ich mich dann doch mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Es sollte nicht sein! Am Ende war es für mich der 39. Gesamtrang dieser Etappe mit einem Schnitt von 39 h/km. Den Riderman 2016 beendete ich schliesslich auf dem 68. Gesamtrang und dem 25. Rang in meiner Kategorie. Eine weitere tolle Erfahrung im Radsport für mich und für jeden, der es spannend, abwechselnd und schnell liebt. Tolles Rennen und super organisiert, in einer herrlichen Gegend. Wir sehen uns! (Michael)

 

 

 

 

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über mich.

Radfahren ist meine Leidenschaft. Ich fahre und trainiere aus Freude am Sport. Trotzdem fahre ich so einige Wettkämpfen in der Schweiz und im anliegenden Ausland.

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Mein Name ist Michael Sigrist und ich liebe es mit dem Rennrad zu fahren

Wann immer möglich, trainiere ich für das Radfahren. Hierfür kommen mehrere Trainingsformen zur Anwendung

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