Berner Rundfahrt

13/05/2017

Es ist unser "Hausrennen" und ein Muss für die MiMakers. Philippe und ich haben uns wie jedes Jahr für das Race3, also 3 Mal Frienisberg mit 101 Kilometern entschieden. Ich ging, fast wie jedes Jahr, mit gemischten Gefühlen an den Start. Da ich kurz zuvor noch mit Fieber im Bett lag und ich Dank eines neuen Jobs in den letzten Monaten auch nur wenig Zeit für das Training gefunden habe. Jeder Sportler weiss, wie zeitintensiv ein gut geplantes und erfolgsversprechendes Training sein kann. Ich habe mich schon damit abgefunden, wohl in einem mittleren Feld über die Ziellinie zu fahren. Aber dies wäre wahrscheinlich einfacher zu akzeptieren gewesen, als die Tatsache, die zum Vorschein kommen sollte. Kurz vor dem Start war ich, wie vor jedem Rennen, sehr nervös und angespannt. Meine Blase machte mir auch wieder zu schaffen und ich musste gefühlte 1000 Mal aufs Klo. So, jetzt kurz vor dem Start: Ich stehe weit vorne an der Startlinie. Ein Platz, den man sich schon vor dem Rennen erkämpfen muss! Noch zwei Minuten: Die Fahrer sind alle etwas angespannt sowie voller Vorfreude. Ich verspüre ein Völlegefühl in der Blasengegend. Noch eine Minute, zu spät um noch einmal auf die Toilette gehen zu können. Es geht los!! Es wird gleich schnell und das Temposport-Team übernimmt die Führungsarbeit. Entgegen allen Erwartungen hielt sich das Steiner-Team den ganzen Tag von der Führungsarbeit fern. Obwohl ich von Anfang an einen hohen Puls hatte, läuft es nicht schlecht für mich. Ich bleibe am Ball! Mit Maximalpuls erreiche ich die erste Bergankunft am Frienisberg mit dem vordersten Feld. Erste Rund ist geschafft und ich bin erstaunilicherweise noch vorne dabei. Auch bei der zweiten Bergankunft befinde ich mich nur 4 - 5 Meter hinter dem Führungsfeld und kann den Abstand wieder zufahren. Ok, ich gebe zu, obwohl ich mit gleichem Puls den Berg hinauf fuhr, fühlte es sich schon viel härter an. Ach die Beine machten sich etwas bemerkbar. Aber es hiess durchbeissen. Zweite Zielankunft und ich bin immer noch dabei!!! Kann das sein?? Das letzte Mal den Berg hoch, meine Beine brennen  und ich kämpfe mit Krämpfen. Ich muss das Führungsfeld etwas ziehen lassen, weil ich sonst nicht hoch komme und unter dem Strich mehr Zeit verlieren würde. Diese Entscheidung viel mir nicht einfach, ich wollte vorne dabei bleiben!! Nun bin ich oben und das Führungsfeld hat schon gut ein halbe Minute Vorsprung. Ich befinde mich leider nur in einer 5 Mann grossen Gruppe, viel kleiner als das der Führenden. Wir jagen, beissen und kämpfen. Alle fahren voll am Anschlag und versuchen den " Schaden"- Abstand klein zu halten. Grosses Lob an alle Fahrer in dieser Gruppe, es war sich keiner zu schade vorne zu fahren. Wir erreichen die letzten 2 Kilometer und ich bin mit meiner Ablösung an der Reihe. Also go, volle Kraft voraus!! Nach ein paar Metern will ich mich ablösen lassen, aber da kommt keiner! Es entsteht eine kleine Lücke, zwar nur 2 - 3 Meter, aber sie ist da. Was mache ich jetzt? Lass ich mich einholen oder versuche ich alleine durchzukommen.... Angriff ist die Devise, ich mobilisiere nochmals meine Kräfte und gebe Gas. Der Abstand vergrössert sich, da kommt die Kilometermarke! Schei.... das wird noch ein langer Kampf. Letzte Kurve, noch gut 500 - 600 Meter, die Beine brennen und das Herz muss schneller schlagen als es kann. 300 Meter Marke, ich schaue zurück, ob ich eine Chance habe. Sie kommen wieder näher und mir geht die Puste aus. Noch 200 Meter, die sich aber wie 200 Kilometer anfühlten. Hurra ich bin noch vorne. Die Ziellinie, mit knappem Vorsprung kann ich den 30. Platz vor meinen Mitstreitern retten und erfahre, dass ich gut 2 Minuten 30 Sek. hinter dem Ersten das Ziel erreiche. Es lief nicht schlecht, aber wenn man bedenkt, dass ich am Frienisberg nur 30 Sek. Abstand hatte, schmerzt es schon etwas. Was wäre wohl passiert, oder welchen Platz hätte ich geholt, wenn ich doch nur mit dem Feld am Berg angekommen wäre...

 

 

 

 

 

 

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über mich.

Radfahren ist meine Leidenschaft. Ich fahre und trainiere aus Freude am Sport. Trotzdem fahre ich so einige Wettkämpfen in der Schweiz und im anliegenden Ausland.

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Mein Name ist Michael Sigrist und ich liebe es mit dem Rennrad zu fahren

Wann immer möglich, trainiere ich für das Radfahren. Hierfür kommen mehrere Trainingsformen zur Anwendung

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